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Gibt's das überhaupt?

Burnout

Burnout ist ein heikles Thema – nicht nur für die Betroffenen. Als im Sommer 2004 im Deutschen Ärzteblatt mein Leitartikel über Burnout bei Ärzten erschien (Den Artikel können Sie über folgenden Link direkt abrufen: https://www.aerzteblatt.de/archiv/43363/Burn-out-bei-Aerzten-Lebensaufgabe-statt-Lebens-Aufgabe), war es die Anfangsphase eines Burnout-Booms, der immer perfidere Züge annahm. Es gab Jahre, in denen widmeten Focus und Spiegel dem Thema Burnout sechs Titelseiten. Jeder schien es zu haben, zumindest hatte jeder ein enormes Risiko für Burnout. Immer mehr „Spezialangebote" wie orthomolekulare Nahrungsergänzung, Wellness-Anti-Burnout-Hotels, Fasten für Burnout, Burnout-Musik-CDs und und und erschienen. Der Markt war riesig. Kaum ein Coach, der nicht auf das Thema setzte – gleich, wie viel oder wenig Erfahrung sie oder er damit hatte.

Einen Vorteil hatte das alles jedoch: Erstmals war es möglich, ohne große Ressentiments über seelische Erkrankungen zu sprechen, auch wenn man selbst betroffen war. Burnout war eine Form von Türöffner geworden. Scham und Schuld, die sonst so oft bei seelischen Erkrankungen das meiste unter Verschluss halten, spielten nur eine nebensächliche Rolle.

Aber es verlief so ähnlich wie im Film „Zeit des Erwachens": Kaum war die Gesellschaft wach für seelische Themen, wurde dem ein Riegel vorgeschoben. Heute sind entsprechende Inhalte wieder mehr oder minder obsolet.

Noch im Februar 2012 erschien ein komplettes Heft des Bundesgesundheitsblatts, das sich ausschließlich dem Thema Burnout widmete. Im April 2012 wurde dann im Deutschen Ärzteblatt eine Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde mit dem Titel „Burn-out ist keine Krankheit" veröffentlicht. Darin wurde Burnout als Erschöpfungszustand definiert, der mehrere Wochen bis Monate andauern kann und dessen Ende nicht absehbar ist. Zudem führen kurze Erholungsphasen nicht zu einer Rückbildung. Der Zustand wurde als Problem der Arbeitswelt, für den die Sozialpartner zuständig seien, beschrieben. Dass die in diesem Artikel gegebene Definition von Burnout der WHO-Definition von Gesundheit widerspricht und einen Krankheitszustand im Sinne unseres Sozialgesetzbuches ausdrückt, ändert nichts an dem Dämpfer der Popularität des Ausdrucks Burnout, der seitdem existiert.

Was übrigens keine Klinik bis heute davon abhält, Burnout als Indikation zur Aufnahme von Patienten anzugeben. Manche meinten damals, es sei ein Schachzug gewesen, die eigenen Pfründe zu sichern – zu massiv sei der Markt von nicht universitär gebildeten Therapeuten infiltriert worden. So wurden die Betroffenen quasi zuückgeholt in die Arme der psychologischen und ärztlichen Psychotherapeuten.

Wie dem auch sei – gibt es überhaupt Burnout?
Die Abbildung hier auf dieser Seite zeigt meine Auffassung zu dem Thema: Burnout erfüllt alle Kriterien, die an eine Erkrankung zu stellen sind. Aufgrund der vielfältigen Symptome ist es jedoch nicht leicht, eine stimmige Definition für Burnout zu bilden. So wie Burnout selbst schon belastend ist, kann es zugleich eine Art Vor- oder Übergangsstadium zu diversen („anerkannten") seelischen Leiden sein.

Wenn Sie sich für das Thema interessieren, sei Ihnen nochmals der oben aufgeführte Link ans Herz gelegt – darin finden Sie zusammengefasst viele wichtige Informationen zu Burnout. Ansonsten gibt es noch ein überaus empfehlenswertes Buch zu diesem Thema: Burnout Prävention. Mehr hier
Und wenn Sie das Thema ein wenig lockerer angehen wollen, gibt es ein anderes, empfehlenswertes Buch: hier.

 
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